Freya Ridings – Mother of Pearls

(c) BMG Rights Management (UK) Ltd.

hrm_logo_15x50

Auf in die nächste Runde: Die britische Sängerin Freya Ridings hat mit Mother of Pearls neun Jahre nach ihrer Debut ihr drittes Album veröffentlicht. Mit Blick auf die Üblichkeiten des Musikbusiness ist das keine hohe Frequenz, so dass man etwas Besonderes erwarten sollen dürfte. 

Freya Ridings wird vor allem in ihrem Heimatland UK seit ihrer ersten Single Blackout gefeiert, hat aber auch in Deutschland schon zwei goldene und in Österreich eine Platin-Schallplatte eingeheimst. Ihre Musik ist eingängig und gefällig, ohne dabei banal zu wirken. Auf Mother of Pearl oszilliert sie in einer variablen Synthese von Songwriting und seichtem Pop.

Was wieder einmal auffällt, ist die Modulations-Breite von Ridings Stimme. Dramatisch Höhen, warme Mitten, düstere Tiefen, dazu fragile Momente neben entschieden vorgetragenen Passagen – das alles trägt die Inhalte ihrer Texte auch akustisch in die passenden Regionen von Ohr und Gefühl. Dazu passt die Entschiedenheit vieler Titel. Ihre Inhalte beschäftigen sich mit Wut, Rebellion und weiblicher Bemächtigung des eigenen Lebens und Narrativs.

Der Auftaktsong Euphoria beispielsweise nimmt mit seinen unterlegten Drum-Rhythmen und seinem hymnischen Charakter direkt gefangen. R U O K – gesungen natürlich als Are you ok? – fließt geigen-bestrichen sorgenvoll auf ein hymnisch anschwellendes Ende zu. Die Up-Tempo-Nummer Battleship fährt unruhig und angriffslustig aus den Lautsprechern. 

Wicker Woman fängt den Zuhörer mit dramatischen Tonkurven ein. Balladesk besingt der Titelsong Mother of Pearls im Zwiegespräch von Piano und Gesang die Innigkeit. Den Schlusspunkt setzt Strength In Me, beschwörend ruhig und ernsthaft und mit chorähnlicher Background-Gesang, der „you don’t know the strength in me, you don’t know the things I’ve seen“ repetiert, als wolle er unbestreitbar verdeutlichen, dass Stärke immer möglich ist. 

Aufgenommen ist das Album Mother of Pearls luftig und klar. Hall liefert den Raum für bestrickende Tongebäude, in dem sich Ridings Stimme zentral und warm als Anker zwischen den variabel gestellten Instrumenten platziert. Die sind auch in den fülligen Passagen sehr gut differenziert und laden jenseits der lyrics zum Zuhören und Aufhorchen ein.

Bedauerlich ist einzig, dass die Titel wie das Album recht kurz geraten sind. Von elf Songs sind lediglich vier etwas über vier Minuten lang. Das erste Stück Euphoria – kleine Ironie – ist sogar das kürzestes Stück des Albums und bereits nach 2:51 Minuten vorbei. Die Folgen sind schade, denn die Musik ist gut: Kaum hat man sich eingehört und eingegroovt, ist alles schon vorbei.

Sollten Singer und Songwriter nicht länger etwas zu sagen haben?

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (1 votes, average: 5,00 out of 5)

Loading...


Album-Daten

Interpret: Freya Ridings
Titel: Mother of Pearls
Genre: Songwriter
Label: BMG Rights Management (UK) Ltd.
Jahr: 2026
Spielzeit: 40:02 min
Format: FLAC 48/24
Als Studio Master für 15,00 Euro bei HighResAudio

 

Abbildungen: BMG Rights Management (UK) Ltd.

Für dich vielleicht ebenfalls interessant …