Nonefunk: Flea – Honora

(C) Nonesuch

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Manchmal ist das Label Jazz schon arm dran – wer nicht weiß, wie er etwas einordnen soll, das akustische und elektronische Instrumente nutzt, das Bläser hat, aber ohne Streichorchester auskommt, und das nicht eindeutig nah genug an irgend einem anderen Genre ist, muss dann wohl Jazz sein, ganz so, als wäre Jazz ein Sammelsurium für etikettierende Ratlosigkeit. Und dann klebt es da. Und es ist falsch. Das gilt auch für Honora, das Solo-Album von Flea.

Kennen Sie Flea? Bekannt ist er als Bassist der Red Hot Chili Peppers, an denen ein Alternative-Label klebt. Nun also hat er sein Solo-Album vorgestellt. Honora heißt es, als Jazz gelabelt ist es, aber es ist weit mehr als das. Es startet mit einem quasi-psychedelischen Intro (Golden Wingship) und fährt mit 70-er Jahre Fusion fort (A Plea). Es finden sich traditionelle Jazz-Anteile (Morning Cry), die ein bisschen ironisch wirken, und Elektronic (Frailed), Anleihen bei Klassik und Minimal Music (Maggot Brain) ebenso wie warme Gesangs-Passagen (Wichita Lineman) und vieles weitere. Das Album, Sie ahnen es gewiss schon, ist eher eine Melange der Möglichkeiten, als ein Genre-Schubfach zum Verweilen.

Insgesamt zehn Stücke vereint Honora, das Flea nach einem Familienmitglied benannt hat, ohne zu verraten, nach welchem. Fünf der Stücke sind Eigenkompositionen von Flea, Traffic Lights hat er zusammen mit Josh Johnson und Thom Yorke geschrieben, und vier Titel sind Interpretationen von Kompositionen anderer: Maggot Brain von George Clinton und Edward Earl Hazel, Thinkin Bout You von Frank Ocean and Shea Taylor, Wichita Lineman von Jimmy Webb und Willow Weep For Me von Ann Ronell.

Für sein Album der anderen Art hat Flea nicht nur Bass gespielt, sondern sich auch Trompete und Gesang angenommen. Weitere Sänger sind Nick Cave und Thom Yorke, für Hintergrundgesang wurde Chris Warren gewonnen, ebenso Kontra-Bassistin Anna Butterss, Schlagzeuger Deantoni Parks, Gitarrist Jeff Parker sowie Saxophonist und Pianist Josh Jonson. Nathaniel Walcott spielt neben Keyboards auch Trompete, Mauro Refosco spielt die vielfältigen Percussion-Instrumente, Vikram Devasthali zieht an der Posaune und Ricky Washington ist mit der Altflöte zu hören.  Das ist ein solides Dutzend Musiker, die gute 52 Minuten mit guter Musik füllen.

Gut gefüllt ist auch der Hörraum, denn der Mix ist wunderbar ausgreifend. Die Bühne ist tief und breit, die Interpreten sind über die Fläche gut verteilt und klar sortiert – Free As I Want To Be mit seiner Vielfalt an Klangquellen macht das besonders deutlich. Und der Mix ist herrlich klar und unaufdringlich, dabei aber nicht die Spur akademisch oder gar steril. So wird aus feiner Musik zugleich Musik vom Feinsten.

Definitiv empfehlenswert.

 

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Album-Daten

Interpret: Flea
Titel: Honora
Genre: Jazz
Label: Nonesuch
Jahr: 2026
Spielzeit: 51:11 min
Format: FLAC 44,1/24
Als Studio Master für 16,50 Euro bei HighResAudio

 

Abbildungen: Nonesuch

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