Nate Smith, Kiefer, CARRTOONS, Kenny Beats – FATHERS

Jazz, seasoned and spiced. So ließe sich FATHERS umreißen, das erste Album des gleichnamige Kollektivs um Produzent Kenny Bates mit Kiefer an den Keyboards, Carrtoons am Bass und Nate Smith am Schlagzeug. Ergänzt um Saxophonistin Nicole McCabe, Gitarrist Paul Castelluzzo, Sängerin Genevieve Artadi und Yasmeen Al-Mazedi mit ihren Streicher-Arrangements vermischt das Trio-Qartett eine s Jazz mit Hip-Hop, Funk, Soul und elektronischen Einflüssen – oder Einflüsterungen?
„Klingt irgendwie gleich“, bemängelte das neutrale Ohr, das im Hörraum zu Gast war und sich auf dem Sessel eingenistet hatte. So ähnlich hatte das auch schon Jim Hynes auf glidemagazine.com kommentiert, als er schrieb „das Konzept geht im Großen und Ganzen auf, auch wenn sich eine gewisse Gleichförmigkeit einschleicht“.
Was beide meinen, ist mutmaßlich das zurückhaltende Midtempo, was als Basis für groovende Musik schwer verzichtbar ist. Und vielleicht auch das mitten-gesättigte Klangbild, das an die ersten Versuche in Fusion und Prog-Rock bis Mitte der 1970-er Jahre erinnert. Und eventuell, dass die Stücke relativ wenig Variation in ihrem Innern aufweisen, ganz zu schweigen von munter wechselnden Solo-Passagen. Das ist allerdings bei acht Titeln, die zusammen keine 28 Minuten dauern, kaum überraschend.
Eye Level eröffnet den Reigen mit entspanntem Slow-Groove, den Patchwork mit Gruß an Wheather Report ablöst. Pearl grüßt mit südamerikanischen Rhythmen, die Stub mit Reminiszenzen von Hip-Hop und Dub konterkariert. In The Leak übernimmt die Orgel für ein Weilchen, um dem Grand Piano in Tomorrow, Again zu weichen, das als einziger Titel verschachtelter und komplexer auftritt. Front Yard agiert schlicht geradeaus, bevor Figure 8 das Album mit klassischem Fusion-Feel schließt.
FATHERS – tatsächlich in Großbuchstaben geschrieben – spielt auf eher kompakter Bühne mit wenig Tiefe. Das rückt die Instrumente zusammen und trägt eine intime, geradezu kuschelige Atmosphäre in den Hörraum. Die Musik bleibt dennoch durchhörbar und jede Klangquelle ist klar zu orten. Trotzdem ist die Einspielung mutmaßlich weniger für Analytiker, sondern eher für Genussmenschen konzipiert. Und dieser Einladung sollte man folgen:
Einfach mal genießen!
Album-Daten
Interpret: Nate Smith, Kiefer, CARRTOONS, Kenny Beats
Titel: Fathers
Genre: Jazz
Label: Blue Note Records
Jahr: 2026
Spielzeit: 27:14 min
Format: FLAC 48/24
Als Studio Master für 10,00 Euro bei HighResAudio
Abbildungen: Blue Note Records


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