Wiebke Schröder – Tales Untold

Spielerisch beschwingt, so wirkt vieles auf dem jüngsten Album Tales Untold des Wiebke Schröder Trios. Gemeinsam mit Schlagzeuger Silas Jakob und Bassist Michael Bohn hat es die Pianistin aus Osnabrück eingespielt und hierfür neue Kompositionen und solche, die lange in der Schublade schlummerten, zum Leben erweckt.
Es macht Spaß. der guten Dreiviertelstunde Musik zu lauschen. Denn bei allen rhythmischen Herausforderungen und harmonischen Blue-Note-Peaks ist es ein im Grunde durchweg harmonischen und entgegenkommendes Album, das die Freude am Spiel in Freude für den Zuhörer übersetzt.
Doch wovon handeln die Tales Untold? In sieben musikalischen Erzählungen hören wir, wie geschwind Time Flies. Wir erfahren in dem geradezu liebevollen Child, was es beim Betrachten der Lieben kleinen alles zu entdecken gibt.
Overthinking äußert sich zögerlich verhalten und mit langem Atem, während das Klavier im Bass im Rhythmus einer tickenden Uhr in Terzen hin- und herspringt. Mit 8:49 Minuten ist es übrigens auch das längste Stück des Albums.
Kaum kürzer ist Missed Chance, dessen traurig gestrichener Bass die Wehmut schon zum Auftakt in eine schweres Kleid hüllt. Eine kleine Abweichung gibt es indes: Das Schlagzeug-Solo in Spring Rain lässt eher an einen Hagelschauer denken. Aber das ist im Grund unnötig mäkelig.
Im Hörraum spielt das Wiebke Schröder Trio afu einer kompakten Clubbühne in Greifweite des Publikums. Die Instrumente sind teils sehr dicht gestellt und überlagen sich phasenweise. Das ist manchmal etwas irritierend und verhüllt die Details der verschiedenen Klangquellen, erhöht dafür aber das Gefühl, das Trio live im Raum stehen zu haben.
Tales Untold ist ein musikalisch wie akustisch feines Album, das zu hören Freude macht, nebenbei über eigene untold Tales nachsinnen lässt und eine entspannte Hörstunde sichert. Ausgesprochen schön.
Album-Daten
Interpret: Wiebke Schröder
Titel: Tales Untold
Genre: Jazz
Label: Hey!jazz
Jahr: 2026
Spielzeit: 46:05 min
Format: FLAC 48/24
Als Studio Master für 10,00 Euro bei HighResAudio
Abbildungen: Hey!jazz


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