Oan Kim & the Dirty Jazz – Infinity Shakes

(C) Artwork Records

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„Does humor belong in music?“ Der Titel eines Konzertmitschnitts von Frank Zappa aus dem Jahr 1985 könnte modifiziert auch auf  das neue Album von Ona Kim & the Dirty Jazz übertragen werden: „Does irony belong in music?“ Die Musiker beantworten die Frage auf Infinity Shakes mit einem klaren „JA!“

Man muss schon sehr versiert sein, um sich die Spielchen zu erlauben, die Saxophonist Kim zusammen mit Benoît Perraudeau an der Gitarre, Eli Frot am Piano, Paul Herry-Pasmanian am Bass und dem Drummer Simon Lemonnier auf die Bühne stellt. Wohl versehentlich mit dem Genre-Label „Alternative“ versehen, spielt das Quintett eine Mischung aus Jazz, Indie Rock, ein paar exotischen Einflüssen und kleinen Leihgaben aus der Fülle der moderneren Musikgeschichte und den Möglichkeiten der Studiotechnik. 

Die Spanne der Entdeckungen reicht von einer angetrunken wirkenden Hintergrund-Begleitung in Habanera über synkopierten Gesang in Garbage Truck, der an David Byrne und die Talking Heads erinnert, bis zu stammesähnlichen Hymnen in Primitive Kings (sic!). Das fröhlich-melodische Love Fast verquäkt im Hintergrund manchen Gitarrenton, als wäre es ein Kommentar aus dem Off, und einzig Ghost Whale scheint von Spielchen ausgenommen zu sein – wäre da nicht eine Art synthetisches Vogelgezwitscher kurz vor Schluss, das den Flow vorübergehend stolpern lässt.

Auch die Lyrics vermitteln den Eindruck, dass Ironie und Zynismus gewollter Teil der Gewürzmischung sind – europäischer Jazz hat charmante Eigenheiten. Zugleich verweisen die gehörten Texte auf einen Missstand, der sich all zu sehr eingebürgert hat: Die ärgerliche Unterlassung der Label, zu den Alben auch Booklets zu produzieren, in denen sich ein Text nachlesen lässt und ein paar Bilder zusätzliche Atmosphäre vermitteln.

Insgesamt elf Stücke umfasst Infinity Shakes des franco-koreanischen Saxophonisten Oan Kim und seiner Band. Sie präsentieren sich auf einer kompakten Jazz-Club-Bühne, auf der sie sehr greifbar sind. Fast ist man geneigt, dem Sänger ein Bier rüberzuschieben, so intim ist die Atmosphäre.

Wenn nach exakt 44 Minuten und 1 Sekunde der letzte Ton verhallt ist, hat der Spaß Pause. Zumindest vorübergehend, denn es lässt sich ja erneut auf „Play“ drücken. Und sicher ist:

Das lohnt sich!

 

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Album-Daten

Interpret: Oan Kim & the Dirty Jazz
Titel: Infinity Shakes
Genre: Jazz
Label: Artwork Records
Jahr: 2026
Spielzeit: 44:01 min
Format: FLAC 44,1/24
Als Studio Master für 15,00 Euro bei HighResAudio

 

Abbildungen: Artwork Records

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