Slow and Lovely: Slowe – In Moments

(C) Tru Thoughs

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Smooth und relaxed ist die Musik, die Slowe für ihr neues Album In Moments geschrieben hat. Über ihre Musik sagt sie, diese habe „einen von Soul und Neo-Soul inspirierten Sound, in Indie getaucht,  mit ein paar Tupfen Jazz und einem Hauch Psychedelic“. LSD-getriggerte Riffs und Phrasen fallen auf ihrem zweiten Longplayer zwar aus, Soul und Jazz-Feel gibt es aber durchaus. 

Die zwölf Songs auf In Moments sind sehr feinfühlige, sensible Kompositionen und mit eben solchem Feingefühl eingespielt. Gemixt und produziert hat sie Sophie Hawes, wie Slowe bürgerlich heißt, selbst. Das verleiht dem Album zusätzlichen Charme und unverrückbar Authentizität – „pure she herself“. 

Die Stücke pulsieren zwischen klassischem Soul und Songwriting, angereichert mit aktuellem Sound and Feel und einer Prise Bristol, wo Slowe lebt und wo Bands wie Massive Attack und Portishead ihre Heimat haben (ok, Portishead haben ihre Heimat neben Bristol, in der Küstenstadt Portishead eben). Vintage, nennt das Label-Marketing den Klang, und atmosphärisch ist er im Kern ähnlich gelagert wie die Musik von beispielsweise Joy Crookes. Trotzdem ist Slowe anders

Die Musik „trödelt vor sich hin“, war ein Satz, der bei der Auswahl des Albums für den Review fiel, und das ist nicht falsch. Slowe läßt sich Zeit. Das passt zur Introspektive ihrer Lyrics. In How Hard Can It Be? besingt sie, wie zäh der Wandels ist und in Temporary (You’ll Be Gone) die Sehnsucht beziehungsweise die Bereitschaft zur Sehnsucht nach dem geliebten Menschen, eben weil er geliebt ist.

„Dieses Album ist eine Meditation über Veränderung: sie zu fürchten, sie zu brauchen und zu lernen, mich von ihr formen zu lassen“, sagt sie selbst zu ihrer jüngsten Musik. Im Mix hat sie ihr Raum gelassen, den sie geschickt dem Charakter des jeweiligen Stücks anpasst. Not Asking The Stars gefällt mit seiner luftigen Atmosphäre und dem breit aufgestellten Gesang. Sein Gegenstück könnte Careful Now sein, das zwar auch mit Raum klingt, doch deutlich fokussierter und mit intimerem Gesang punktet. Überhaupt – dass der Gesang in jedem Song wie in den Raum gestellt klingt, ist toll.

Nach 43 Minuten und 55 Sekunden verklingt der letzte Ton von Sundown. Das ist aber kein Untergang, denn das aAbum lässt sich neu starten. Und das ist sehr zu empfehlen.

 

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Album-Daten

Interpret: Slowe
Titel: In Moments
Genre: Soul
Label: Tru Thoughts
Jahr: 2026
Spielzeit: 43:55 min
Format: FLAC 44,1/24
Als Studio Master für 15,00 Euro bei HighResAudio

Abbildungen: Tru thoughts

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