Reinis Zariņš & Trio Palladio – Arvo Pärt: AREFA Piano Chamber Works

(c) Ondine

hrm_logo_15x50

Eine Hommage mit zwei Erstaufnahmen – der lettische Pianist Reinis Zariņš hat zu Ehren des estnischen Komponisten Arvo Pärt gemeinsam mit seinen beiden Mitmusikern im Trio Palladio ein Album mit Kammermusik für Klavier aufgenommen: Arvo Pärt AREFA Piano Chamber Works heißt es und ist sehr spannend.

Spannend ist es zum einen, weil es mit den ausgewählten Werken eine sehr lange Spanne aus Pärts kompositorischen Leben umfasst – von der Partia Op. 2 von 1958 bis zur Passacaglia für Violine und Klavier von 2003 sind es über 45 Jahre Klaviermusik, die zu hören sind. Zu den insgesamt zehn Werken Pärts kommen noch die beiden ihm gewidmeten Kompositionen AREFA von Georgs Pelēcis und La-Ra-Fa Variations von Andrejs Selickis, beide zum 90. Geburtstag Arvo Pärts im vergangenen Jahr geschrieben und hier erstmals konserviert zu hören.

Spannend ist das Album auch, weil die Auswahl natürlich beliebte Stücke wie Fratres für Violine und Klavier oder Spiegel im Spiegel für Cello und Piano einschließt. Den Großteil machen aber Werke aus, die nicht so häufig zu hören sind, weder im Konzertsaal noch aus der Konserve. Sie öffnen zum einen den Fächer, der die Kreativität Pärts zeigt. Sie reicht vom zärtlichen Für Alina und dem meditativ-ruhigen Pari intervallo über den dramatisch-wilden Einstieg in die Partita und den fragmentierten ersten Satz der Diagramme Op.11 bis zur momenteweise atonal wirkenden Passacaglia, die mit einer erstaunlichen Gelassenheit den Hörraum durchschwingt, und der frischen Hymn to a Great City for two pianos – wobei anzunehmen ist, dass Reinis Zariņš beide Stimmen spielt, denn es ist kein weitere Pianist im Booklet genannt. 

Das von Violinistin Eva Bindere abgesetzt gespielte Fratres wirkt dramatisch fragmentiert und sehr intensiv. Cellistin Kristina Blaumane wärmt mit ihrem Strich Spiegel im Spiegel ebenso wie das Mozart-Adagio für Violine, Cello und Klavier.

Besonders berührend sind Pärts Variations for the Healing of Arinushka von 1977. Die Zartheit der Musik, aber auch die cleveren Variationen über Oktav-Skalen mit ihren Akzenten und dem Wechsel vom Moll der ersten drei zum Dur der letzten drei Variationen, nehmen den Hörer direkt gefangen und haben gewiss zur Genesung von Pärts Tochter Ariina nach einer Blinddarm-Operation beigetragen.

Die Aufnahme ist insgesamt sehr transparent gehalten. Das Trio ist präzise verortet und der Klang ist sehr nahbar. Die Natürlichkeit der Instrumente und ihre wie selbstverständlich gesetzte Platzierung auf der Bühne lässt den Hörer entspannt im Polster ruhen und die Klänge genießen.

Ein sehr in jeder Hinsicht schönes Album. 

 

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (1 votes, average: 5,00 out of 5)

Loading...


Album-Daten

Interpret: Reinis Zariņš & Trio Palladio
Titel: Arvo Pärt AREFA Piano Chamber Works
Genre: Klassik
Label: Ondine
Jahr: 2026
Spielzeit: 1.12:51 min
Format: FLAC 96/24
Als Studio Master für 16,50 Euro bei HighResAudio

 

Abbildungen: Ondine

Für dich vielleicht ebenfalls interessant …