Spielerisch: Red Kite – Popludium

(c) Babel Label

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Aus drei europäischen Ländern kommen die Musiker, die das Jazz-Quintett Red Kite bilden und mit Popludium heute ihr erstes Album vorstellen. Mit Trompete, Gitarre, Keyboard, Bass und Schlagzeug besetzt, könnte Red Kite diverse Genre des Jazz bedienen. Entschieden haben sie sich für Modern Jazz, dem hier und dort ein bisschen Elektronik neue Facetten verleiht. 

Frischer Wind – das könnte als Überschrift über den fast 42 Minuten Spielzeit stehen. Oder auch Spiel-Zeit, denn mit Ludium steckt das lateinische Wort für der Tänzer oder Bühnendarsteller bereits im Titel des Albums. Mit dem Pop allerdings hapert es ein wenig im Klanggefüge, was jedoch nicht beklagt sein soll. Vielleicht war es ja bloß als Metapher für eine kleine Weitung des Jazz-Begriffs gedacht.

Das Titelstück Popludium eröffnet den Reigen der insgesamt sechs Titel beinahe vorsichtig und sanft. Tropische Vogelrufe klingen durch die atmosphärischen Keyboard-Rhythmen und Gitarren-Akkorde, bevor die Rhythmusgruppe fleißend Struktur schafft, auf der die Trompete eine Geschichte zu erzählen beginnt.

Galileo’s Pendulum bewegt sich im 7/4-Takt und sein Rhythmus wird mehrstimmig von drolligen Melodien betupft, die von schönen Soli unterbrochen werden.  Shards ist eine fein-melodische Jazz-Nummer, die über ihre mehr als 8 Minuten vielfältige atmosphärische Stimmungen entfaltet. 

Cineastische Spannung spricht aus Two Worlds, das sicher auch einen Filmscore gut untermalen könnte. The Only One ist eine improvisationsreiche Beinahe-Ballade, der die Rhythmusgruppe wahrnehmbaren Herzschlag verleiht, bevor das abschließende Tales Untold mit Verve und in beschwingtem 3/4-Takt den musikalischen Narrativ entschieden zu Ende führt.

Geschaffen haben diese atmosphärischen Stücke der dänische Bandleader Esben Tjalve an den Keyboards, der italienische Trompeter Fulvio Sigurtà, der gebürtige Österreicher Hannes Riepler an der Gitarre, der gleichfalls dänische Bassist Jasper Høiby und der Franzose Marc Michel am Schlagzeug. Høiby und Michel bilden übrigens auch das rhtyhmische Rückgrat von Phronesis, und entsprechend natürlich und verzahnt ist ihr Zusammenspiel bei Red Kite.

Popludium ist ein musikalisch sehr gelungenes Album mit vielfältigen Facetten, die immer wieder aufhorchen und tiefer reinhören lassen. Die atmosphärische Aufnahme mit viel Raum und Plastizität lädt zusätzlich dazu ein, die Lautsprecher den Hörraum in einen Konzertsaal verwandeln zu lassen. Denn Erlebnisgarantie ist quasi DNA der Red Kite-Einspielung. 

Eine fantastische Flugstunde in Modern Jazz.

 

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Album-Daten

Interpret: Red Kite
Titel: Popludium
Genre: Jazz
Label: Babel Label
Jahr: 2026
Spielzeit: 41:51 min
Format: FLAC 44,1/24
Als Studio Master für 15,00 Euro bei HighResAudio

 

Abbildungen: Babel Label

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